Rückzug in’s Schneckenhaus – Klappe zu
26. Februar 2011 Hinterlasse einen Kommentar

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Heute schreib ich über ein Phänomen, dass wahrscheinlich jeder von euch kennt und welches ich auch immer wieder erlebe. Den Rückzug eines Menschen – aus Angst (wovor auch immer).
Da ich (und ich hoffe ihr auch nicht) Menschen in keiner Weise bedrohe (weder körperlich noch verbal oder durch Gesten), will ich diese Angst einfach mal aus meiner Betrachtung ausschließen.
Aber was bleibt den übrig, wenn die Angst vor Repressalien wegfällt?
In vielen Fällen ist es die Angst die Aufkommt, wenn ein Gespräch einen Verlauf nimmt, in dem der Mensch spürt, dass die eigene Sichtweise hinterfragt wird, oder gar zu bröckeln beginnen könnte.
Ich versuch es in ein Beispiel zu verpacken:
Stellt euch vor, jemand ist mit angeborener Rot-Grün Blindheit geboren worden, und weiß das nicht. Es ist niemandem aufgefallen – weshalb auch immer. Wenn dieser Mensch nun im Erwachsenenalter zum ersten mal was von Rot-Grün-Blindheit hört, wird er sich nicht betroffen fühlen (das hätte er ja gemerkt – oder nicht?), also ignoriert er es weiterhin. Wenn nun in späteren Jahren eine Sehschwäche dazukommt und er zum Optiker oder Augenarzt geht (das erste mal in seinem Leben), und dieser ihm sagt, er sei Altersweitsichtig und Rot-Grün-Blind. Was glaubt ihr, was dieser Mensch denkt? Das mit der Altersweitsichtigkeit hat er ja erwartet, aber Rot-Grün-Blindheit ist sehr unerwartet. Er lebt doch schon sein ganzes Leben ohne Rot-Grün-Blind zu sein??? Oder etwa doch?
In diesem Beispiel hat dieser Mensch 2 Situationen in denen er auf etwas hingewiesen wird, das er bisher nicht wußte. Beim ersten Mal fühlt er sich nicht betroffen und ignoriert den Hinweis. Beim zweiten Mal – beim Arzt – hat er nun die Möglichkeit, diese neue Wahrheit anzunehmen – was aber viele weiterführende Fragen aufwerfen würde – oder diese neue Wahrheit als Fehler abzustempeln, sich in sein gewohntes Leben zurückzuziehen ohne einen weiteren Gedanken zu verschwenden.
Warum gehe ich auf diesen Punkt überhaupt ein?
Gerade im Network Marketing stehen wir oft vor Menschen, denen wir etwas sagen oder zeigen das sie bisher nicht wußten (grundsätzliches zum Geld verdienen in der Branche, oder Produktdetails die ein Weltbild ändern können,…). Und jeder dieser Menschen, hat jedes Mal die Wahl sich in sein Schneckenhaus zurückzuziehen, oder bei uns zu bleiben. Natürlich hoffen wir, dass Menschen offen sind, für das was wir zu vermitteln haben, aber oft überfordern wir die Menschen die vor uns stehen einfach mit den Worten und Gesten die wir verwenden.
Die Frage ist nicht, wie wir verhindern könnten das sich die Menschen zurückziehen (das können wir nicht). Die Frage ist vielmehr, wie wir es den Menschen leicht machen können bei uns zu bleiben.
Ich gestehe – hierzu kenne ich kein Patentrezept, das immer funktioniert – aber ich kenne einen sicheren Weg um Menschen dauerhaft in ihr Schneckenhaus zu scheuchen.
Die WENN-DANN Drohung
die auch bei Eltern ganz beliebt ist, wenn die Kinder nicht das machen was sie sollen.
WENN du nicht still sitzt, DANN kriegst du keinen Nachtisch…..
oder im Bezug auf Network
WENN du nicht mitmachst, DANN bist du selbst schuld, wenn du im Alter am Hungertuch nagst….
oder
WENN du das nicht trinkst, DANN wirst du krank werden und leiden ….
Zugegeben, ich hab jetzt bewusst überzeichnet, aber kennt ihr das auch? Es ist so ein verlockendes Wortspiel, so logisch, so … unmenschlich
Also, denkt einfach mal drüber nach, OB ihr diese Worte auch verwendet, und wie die Menschen darauf reagieren wenn ihr so sprecht. Vielleicht fallen euch dann auch Alternativen ein!



