
Nein, nein – ich springe nicht aus dem nächsten Fenster.
Kennen Sie das nicht auch – der Arbeitstag ist vorbei, Sie sind heilfroh endlich nach Hause gehen zu dürfen, denn eigentlich wollten Sie das schon vor Stunden tun, denn Ihre Tagesverfassung ist/war miserabel, Ihre Leistung vergleichsweise zu normalen Tagen schlecht – und unterm Strich wäre es Ihnen und Ihrem Arbeitgeber besser gegangen, wenn Sie einfach ein paar Stunden früher gegangen wären und an einem guten Tag die Arbeit in der Hälfte der Zeit erledigt hätten?
Sie kennen das nicht?
Nun, dann kommen Sie morgen wieder vorbei, vielleicht trifft der morgige Beitrag auch auf Sie zu.
So liebe Mitwisser – jetzt sind wir unter uns – ich geb’s zu – ich kenn das auch. Es gibt nur einen Unterschied, als selbständige Networkerin hab ich keinen Arbeitgeber der mich rausschmeissen könnt, wenn er/sie das mitkriegt. Es liegt an mir selbst meine eigene Leistung zu bewerten und mich selbst zu fragen “Würde ich mich als Dienstnehmer behalten, oder müsste ich mich selbst rausschmeissen” Und JA, es gibt Tage, an denen ich mir selbst die fristlose Kündigung überreiche – aber ich stelle mich selbst am nächsten Morgen wieder ein, und bringe dann wieder was ich von mir selbst erwarte.
Das ist das Schöne, und gleichzeitig auch das Schwierigste an der Selbständigkeit. Keiner sagt “Mach das!”, keiner kommandiert mich rum (abgesehen von meiner 4jährigen Tochter
), keiner nörgelt wenn was nicht optimal läuft (abgesehen von mir selbst), keiner sagt “Gut gemacht!” (abgesehen von meinem Gatten, der mich sehr unterstützt).
Wer selbständig ist, muss irgendwo in sich selbst den positiven Antrieb und die Bestätigung für sein Tun finden, und glaubt mir – Geld bestätigt nichts, und treibt auch nicht positiv an sollte es mal knapp sein.
Der Grund weshalb ich heute über Eigenmotivation und Selbstbestätigung schreibe, ist ein Blog den ich regelmäßig lese, und der heute über Emotionen/positives Denken/Entwicklung udgl. schreibt. Beim Lesen dieses Blogs ist mir aufgefallen, wie sehr ich mich doch in den vergangenen Jahren verändert habe.
Versteht mich nicht falsch – ich war immer schon ein recht selbständiger Mensch was meinen Beruf betraf – ich versuchte immer im größeren Zusammenhang mit/für dem Unternehmen zu denken für welches ich tätig war – wahrscheinlich auch ein Grund, weshalb ich dort Karriere machte, wärend 90% der Belegschaft reduziert wurden. Aber ich suchte damals die Anerkennung anderer – es war mir wichtig immer die Bestätigung durch dritte zu bekommen – ich stellte mein eigenes Licht immer unter den Scheffel – so hatte ich das von Kindheit an gelernt und in der ängstlichen Haltung der Versagens- und Zukunftsangst hab ich Leistungen erbracht.
Heute hat sich einiges davon geändert: Natürlich freut mich Anerkennung von dritten, natürlich plagte mich zeitweilig auch eine begründete Zukunftsangst als das Geschäft noch nicht richtig lief – aber ich bin nicht mehr abhängig davon.
Ich setze mich aus Freude und Überzeugung jeden morgen vor den PC um meine mails zu checken und den organisatorischen Teil meiner Arbeit zu erledigen, bevor ich außer Haus gehe und mein privates Leben stark mit meinem dienstlichen vermische und einfach Network lebe.

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