Wie alles begann
27. Juli 2010 Hinterlasse einen Kommentar
Während viele andere schon beim Start ins Berufsleben vor beinahe unüberwindbaren Hürden stehen, verlief mein Einstieg ins Berufsleben völlig komplikationslos. Pflichtschulabschluss, 1 Bewerbung, 1 Aufnahmetest, 1 Lehrstelle – besser kann’s nicht laufen.
Mein Beruf den ich erlernte, machte mir Spaß, und das Glück war lange Zeit (13 Jahre) auf meiner Seite. Ich hatte das Privileg in meinem persönlichen beruflichen Umfeld viele Menschen zu haben, die mir sehr viel beigebracht haben, die mich förderten und forderten, die mich als Person wahrnahmen und meine Arbeit schätzten. Arbeitslosigkeit war kein Thema für mich, aus irgendeinem Grund – den ich heute nicht nennen kann – hab ich alle Kündigungswellen innerhalb von 13 Jahren ohne eigene Betroffenheit überstanden, sogar ein Unternehmenskonkurs dem viele, vorher unkündbare, zum Opfer vielen, konnte meinem Arbeitsplatz nichts anhaben.
In den 13 Jahren, in welchen ich bei ein und der selben Firma angestellt war schrumpfte die Belegschaft von knapp 2500 auf 250 Angestellte – was mein Glück über die ganze Zeit erst richtig verdeutlicht. Natürlich hätte mich mein Glück schnell verlassen, wenn ich meiner Arbeit nicht nachgekommen wäre oder diese schlampig ausgeführt hätte, oder ich mich nicht flexibel auf mögliche neue Aufgaben eingestellt hätte, ich machte in dieser Zeit sogar Karriere und verdiente schon mit knapp 24 über €2600 monatlich – aber viele andere, die genau so wie ich auch fleißig und engagiert arbeiteten ereilte die Kündigung durch die Willkür des Arbeitgebers.
Die damaligen Worte waren „Outscourcing“, „Global managment“ sowie „Joint Venture“ – unter diesen Stichworten verbarg sich die langfristig geplante Schrumpfung des Standortes mit gleichzeitigem Aufbau von Standorten im billigeren Ausland. Ich will diese Vorgehensweise weder verteufeln noch schönreden, jede Entscheidung hat ihre Vor- und Nachteile – und ob die damalige Politik der Unternehmensführung richtig war, wird sich erst in einigen Jahren erweisen – den heute bauen sie wieder auf – und zwar massiv im eigenen Land
Aber darum soll es hier nicht gehen
Der Knick in meiner Berufsbiographie kam mit meinem ersten Kind (wär hätte das gedacht), als ich zum 1. Geburtstag meiner Kleinen wieder an meinen Arbeitsplatz zurück wollte, existierte dieser nicht mehr (Outsourcing), und obwohl ich damals auch an jeder anderen Stelle im Unternehmen wieder von vorn begonnen hätte, wurde mir höflich nahegelegt auf meine gesetzlichen Rechte zu verzichten und einer „Einvernehmlichen Lösung“ des Dienstverhältnisses zuzustimmen.
Ich fiel damals aus allen Wolken, seit meiner Schulzeit definierte ich meine Identität durch meinen Beruf. Ich war vor den Kopf gestossen. Obwohl ich meine Rechte gut kannte, wußte ich auch, dass ein Beharren darauf weder mir noch sonst irgendjemandem etwas bringen würde. Also verhandelte ich mir einen „Golden Handshake“ für die Zustimmung zur „Einvernehmlichen Lösung“ heraus, und verließ geknickt meine zweite Familie (damals empfand ich wirklich tiefen Schmerz dabei).
Aber mein Problem war damit nicht gelöst, zwar hatte ich einen Patzen Geld auf dem Konto, aber ich war trotzdem arbeitslos. In der damaligen Panik, ergriff ich das erste Stellenangebot, das ich hatte, und wechselte in eine andere Firma. Dort erst konfrontierte mich das Leben, mit dem was viele Menschen immer erzählt hatten: schlechtes Arbeisklima, NULL Anerkennung, sogar Ausgrenzung und schon gar keine Entscheidungsfreiräume in Kombination mit unattraktiver Bezahlung. Schon nach kurzer Zeit ging es mir nicht mehr gut – und nachdem alle Versuche die Lage zu verbessern gescheitert waren – entschied ich mich zur Suche nach einer Alternative.
Glücklicherweise habe ich einen Mann, der mich sehr unterstützt und mich damals auf die Idee brachte: „Mach dich doch selbständig!“
Er erinnerte mich in dieser Zeit an ein Hobby, das wir schon seit Jahren nebenher betrieben und das im kleinen Rahmen seit langem Gewinne abwarf. Ich setzte mich hin und überlegte, ob dieser Schritt für mich – für uns – der Richtige sein könnte. Ich rechnete auf Teufel komm raus alle möchlichen Szenarien durch, erkundigte mich über Kosten und Möglichkeiten, Förderungen und Herausforderungen.
Schließlich kam ich zu dem Schluss „Wenn wir gemeinsam an der selben Seite des Strangs ziehen und uns 2-3 Jahre richtig Gas geben, sollte sich der Schritt in die Selbständigkeit lohnen und mein bisheriges Gehalt ersetzen können. Wenn wir noch zusätzlich 2-3 Jahre weiter effektiv arbeiteten würden wir sogar als Familie davon leben können.“
Nun sitze ich hier und kann – nicht ohne Stolz – verlauten: JA, es war die richtige Entscheidung, ich bin mein eigener Chef und habe schon eine kleine Truppe von nebenberuflich engagierten Mitstreitern gefunden, gemeinsam gehen wir unseren Weg in die finanzielle Unabhängigkeit. Und das mit Network Marketing.
Selbstverständlich gab und gibt es auch hier Höhen und Tiefen, doch davon nächstes mal.

